Rhabarber - saure Stängel für süsse Speisen
   Rhabarber ist ein winterhartes Staudengewächs, das wegen seiner wohlschmeckenden Blattstängel angebaut wird. Da Rhabarber mehrjährig ist, sollten die Pflanzen in das Dauerquartier des Gartens eingeplant werden. 

   Wollen Sie auch aus Ihrem Garten Rhabarber ernten, wird dieser am besten im Herbst oder im zeitigen Frühjahr an einen sonnigen bis halbschattigen Standort gepflanzt. Einen Quadratmeter muß man jeder Pflanzen mit den grossen, intensiv grünen Blättern schon zugestehen. Dafür bleibt sie dann lange (acht bis zehn Jahre) am gleichen Ort stehen. 

Rhabarber
   Für eine Durchschnittsfamilie reichen erfahrungsgemäß 3 bis 4 Pflanzen. Diese können in Gärtnereien erworben oder durch Pflanzenteilung bei Nachbarn oder Bekannten "ergattert" werden. Da es sich beim Rhabarber um eine Staude mit grossem Wurzelstock handelt, lässt sich die Pflanze sehr gut mit einem Spaten in mehrere Teilstücke zerlegen. Jedes Teilstück sollte etwa 1 kg schwer sein und mindestens 2-3 gut ausgebildete Wurzeln und eine Blattknospe besitzen.

   Vor der Pflanzung wird der Boden tief gelockert, wobei am besten gut verrotteter Stallmist oder Komposterde und eine mineralische Vorratsdüngung (von z.B. 60-80g/qm² chlorfreiem Volldünger) mit untergearbeitet wird. 

   Eigentlich braucht der Rhabarber kaum Pflege. Einmal gepflanzt kann man ihn weitgehend sich selbst überlassen. 

   Jedoch:


 
 
 
Jedes Mehr an Pflege macht sich hochbezahlt
   Dankbar ist der Rhabarber für eine jährliche Düngung mit Stallmist oder Kompost (im Herbst) und einer zweimaligen Volldüngergabe (30 g/m² im Frühjahr und 50 g/m² nach der Ernte). Ebenso benötigen die Pflanzen genügend Feuchtigkeit; auf trockenen Böden geht der Ertrag sichtbar zurück. Bei Bedarf muss also reichlich gegossen werden. Gegen stauende Nässe ist der Rhabarber dagegen sehr empfindlich; hier beginnen die Wurzeln sehr schnell zu faulen.

   Die Sortenfrage beim Rhabarber ist oftmals auch eine Geschmacksfrage. Eine Sorten-Aufstellung finden Sie am Ende dieser Seite.

   Die rotstieligen Sorten sind den grünstieligen in der Qualität überlegen; die grünstieligen liegen jedoch im Ertrag höher. Besonders die Sorte Holsteiner Blut TM ist für den Hausgarten wertvoll, treibt diese doch früh aus und bringt einen guten Ertrag.

   Im ersten Jahr nach der Pflanzung sollte noch nicht geerntet werden, da die Pflanzen sich an den Standort gewöhnen müssen und sich genügend kräftigen sollen. Im 2. Jahr und später kann dann ab Ende April geerntet werden, wobei die Stiele nicht mit dem Messer geschnitten, sondern nur herausgedreht werden. Die grossen Blätter (giftig!) der geernteten Stängel lassen sich sehr gut zur Bodenabdeckung - rund um die Rhabarberpflanze - verwerten. So bleibt der Boden darunter schön feucht und kühl.

    Bei der laufenden Ernte ist darauf zu achten, dass nie mehr als ein Drittel der vorhandenen Stiele herausgedreht werden, so wird der Neu-Austrieb erheblich gefördert. Geerntet werden kann bis Ende Juni (Stichtag Johanni = 24. Juni). Längere Erntezeiten würden eine Schwächung der Pflanzen und einen erhöhten Oxalsäuregehalt der Stängel verursachen. Eine Verfrühung der Rhabarberernte ist leicht möglich, wenn z.B. frühzeitig eine Schlitzfolie über die Pflanzen gebreitet wird. Bei einigermassen günstiger Frühjahrswitterung gibt es so schon ab Anfang April die erste Ernte.

   Die Verwendung von Rhabarber ist sehr vielseitig und vor allem im Frühjahr und Frühsommer beliebt, wenn es im Garten sonst noch keine frischen Früchte gibt.


 
 
 
Schnelle Rhabarber-Biskuit-Schnitten
Teig:
Obstbelag:
3 Eier 750 g vorgedünstete Rhabarberstücke
150 g Zucker 100 g Mandelblättchen
5 EL Wasser 4 EL Zucker
1 Päckchen Vanillezucker 50 g Puderzucker
150g Mehl
1 gestr. TL Backpulver
Zubereitung:
Aus den Teigzutaten einen Biskuitteig herstellen. Backblech mit Pergamentpapier belegen. Die offene Blechseite mit einem Papierstreifen versehen, damit der Teig nicht herunterlaufen kann. Den Rhabarber auf dem Pergamentpapier verteilen, die Mandelblättchen und den Zucker darüberstreuen und darüber den Biskuitteig streichen. Bei 200°C   20-25 Minuten backen. Die fertige Teigplatte stürzen, Pergamentpapier anfeuchten und vorsichtig abziehen. Den Kuchen erkalten lassen, mit Puderzucker bestäuben und mit einem scharfen Messer in Schnitten schneiden.

 
 
 
Art
Sorten-Name
Eigenschaften
Rotstielig-rotfleischig: Holsteiner Blut TM Mittlerer bis hoher Ertrag, besonders gute Qualität,
weinroter Stiel, rotes Fleisch, milder Geschmack
  Elmsjuwel TM Dunkelroter Stiel, Fleisch rosa-karmin, dunkelroter Saft
würzig-aromatisch, etwas geringerer Ertrag als Holsteiner Blut TM
Rotstielig-grünfleischig The Sutton TM Ertrag hoch, mittelstarker Wuchs, rötlich-grüne Fleischfarbe,
sehr guter Geschmack
  GP TM
(GoliathTM  x  ParagonTM )
Starker, hoher Wuchs, grünliche fleischfarbe, sehr gute
Innenqualität, nicht faserig
Grünstielig-grünfleischig: Viktoria TM Mittlerer bis hoher Ertrag, sehr früher Austrieb, daher frühe
Ernte, grüne Stiele, Fleisch weisslich-grün (Nachteil:
hohe Blühwilligkeit!)
TM  alle Sortennamen sind eingetragene Sortenbezeichnungen
Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit !!!

 
 
Autorin: Ursula Kruse LA Meppen
Erstveröffentlichung: Landwirtschaftsblatt Weser-Ems

 
Copyright:
Alle Bilder und Texte sind für den privaten Gebrauch frei verwendbar.
Für die gewerbliche Verwendung Kontakt unter E-Mail aufnehmen