|
Von Würgern
und Schlingern
|
| Als Winder oder Schlinger bezeichnet man Pflanzen, die sich mit ihren Trieben um Stangen, Drähte, Streben o. ä. herumwinden. Einer der bekanntesten Winder ist sicherlich die Bohne. Man unterscheidet Links- bzw. Rechtswinder und Wechselwinder. Schlingpflanzen benötigen Kletterhilfen, die es ihnen gestatten, sich senkrecht an ihnen hochzuwinden. Querstreben sind hier also nicht nötig. Sie sind im allgemeinen recht frohwüchsig und sollten daher ausreichend Platz zur Verfügung haben - sowohl in der Höhe als auch in der Breite. |
|
Schlingknöterich
|
| Diese auch als "Klettermaxe" bezeichnete Pflanze trägt ihren Namen sicherlich zu Recht - schafft sie es doch innerhalb kürzester Zeit ganze Wände einzugrünen. Der Schlingknöterich ist besonders starkwüchsig und kann mühelos 8-15 Meter Höhe erreichen, wobei der Jahreszuwachs bis zu 10 Metern betragen kann. Schlingknöterich gilt als Insekten-, besonders auch als Bienenweide. Die zahlreichen weißlichen Blüten erscheinen ab Juli bis in den Oktober hinein. Schlingknöterich ist verhältnismäßig anspruchslos, verlangt aber einen sonnigen bis halbschattigen Standort. |
|
Blauregen
|
| Blauregen, auch als Glyzine bekannt, blüht mit seinen auffällig blauen, bis 30 cm langen, Blütentrauben von Mai bis Juni ab dem dritten Standjahr. Die starkwüchsige Pflanze benötigt unbedingt ein kräftiges Gerüst. Es ist keine Seltenheit, daß Blauregen Regenrinnen oder -fallrohre zerdrückt, wenn man ihn daran wachsen läßt. Glyzinen können sehr dekorativ um Ecken gezogen werden, wenn ihnen entsprechende Rankhilfen zur Verfügung stehen - so können auch dort Flächen begrünt werden, wo kein Boden vorhanden ist. Blauregen liebt einen sonnigen evtl. auch halbschattigen Platz in ausreichend feuchtem Gartenboden. Die Samen der 6-15 Meter groß werdenden Schlingpflanze sind giftig - wie bei dem ihr verwandten Goldregen. | ![]() |
|
Geißblatt
|
| Geißblatt oder Geißschlingen
sind regional auch unter dem Namen "Jelänger-Jelieber" bekannt.
Diese in unseren Wäldern heimischen Kletterpflanzen lieben einen sonnigen
bis halbschattigen Standort; einige Arten lieben auch einen Standort im
lichten Schatten. Sie werden 2-7 Meter hoch und bis zu 3 Meter breit. Die
stark duftendenden Blüten erscheinen ab Mai und variieren von Cremeweiß
über Gelborange bis zu kräftigen Rottönen.
Für den naturnahen Garten eignen sich die Wildformen der Geißschlingen besonders, da sowohl die Blüten von Bienen und anderen Insekten als auch die roten oder schwarzen Früchte von Vögeln gerne als Nahrung angenommen werden. Für Menschen sind die Früchte ungenießbar bis schwach giftig. Als Waldpflanze sollten Geißschlingen stets einen beschatteten Wurzelbereich haben, so kann die Bodenfeuchtigkeit besser gehalten werden und die Pflanzen gedeihen besser. |
![]() |
|
Pfeifenwinde
|
| Das Auffälligste an Pfeifenwinden sind die sehr großen herzförmigen Blätter - sie erreichen eine Breite bis zu 30 cm. Pfeifenwinden begnügen sich mit einem halb- bis vollschattigen windgeschützten Standort in gut versorgten Böden. Bei eher sonnigem Standort ist auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten. Mit ihrem dichten Laub eignen sich Pfeifenwinden hervorragend für die Eingrünung von Sichtschutzeinrichtungen ( Lauben oder Terrassen). Sie erreichen eine Höhe von bis zu 10 Metern. |
| Hopfen ist kein Gehölze, sondern zählt zu den Stauden, ist also eine mehrjährige krautige Pflanzen. Er bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort in humosen, auch leicht feuchten Böden. Der schnellwüchsige Hopfen erreicht eine Höhe von 4-8 Metern, eignet sich also vor allem zur Begrünung von kleineren Flächen. Wie andere Stauden auch, sollte er im Frühjahr bis auf den Boden zurückgeschnitten werden. Erfolgt kein Rückschnitt, verholzen und verkahlen die Pflanzen im unteren Bereich. Hopfen ist zweihäusig, es gibt also weibliche und männliche Pflanzen. Er hat unscheinbare Blüten, besonders auffällig sind jedoch die gelbgrünen duftenden Fruchtstände an den weiblichen Pflanzen. Sie lassen sich sehr gut in Trockengestecken verwenden. Für die heimischen Bierbrauereien wird Hopfen in Süddeutschland als Kulturpflanze angebaut. | ![]() |
|
Baumwürger
|
| Der Baumwürger ist eine Kletterpflanze, die nie an junge Bäume gepflanzt werden darf - wie der Name schon sagt: das junge Gehölz würde erdrückt werden. Besser als an lebenden Bäumen lassen sich Baumwürger natürlich an stabilen Gerüsten ziehen. Baumwürger sind besonders starkwüchsige Pflanzen, die Höhen von 5-10 Metern erreichen können. Sie benötigen einen sonnigen bis halbschattigen Standort, um in wenigen Jahren ihre stattliche Höhe zu erreichen. Darüberhinaus bilden sie reichlich Bodenausläufer, so daß unbedingt auf ausreichend Platz zu achten ist. |
|
|
| Name | Standort | Höhe | Sonstiges |
| Schlingknöterich
(Polygonum aubertii) |
|
|
starkwüchsig,
hoher Platzbedarf |
| Blauregen, Glyzine
(Wisteria floribunda) |
|
|
starkwüchsig,
giftiger Samen |
| Geißblatt
(Lonicera brownii) |
|
|
sehr robust |
| Geißblatt
(Lonicera heckrottii) |
|
|
schwach windend |
| Geißblatt
(Lonicera henryi) |
|
|
kräftiger Wuchs,
immergrün |
| Geißblatt
(Lonicera tellmanniana) |
|
|
kräftiger Wuchs,
Triebe weit abstehend |
| Hopfen
(Humulus lupulus) |
|
|
Staude, Rückschnitt er-
forderlich, zweihäusig |
| Baumwürger
(Celastrus orbiculatus) |
|
|
sehr starkwüchsig,
Ausläufer bildend |
| Pfeifenwinde, Osterluzei
(Aristolochia macrophylla) |
|
|
starkwüchsig |
| Kiwi
(Actinida chinensis) |
|
|
eßbare Frucht, zweihäusig,
mildes Klima erforderlich |
| Autorin: | Frauke Hiller | LA Neuenhaus |
| Erstveröffentlichung: | Landwirtschaftsblatt Weser-Ems | 1995 |
| Copyright:
Alle Bilder und Texte sind für den privaten Gebrauch frei verwendbar. Für die gewerbliche Verwendung Kontakt unter E-Mail aufnehmen. |